Wenn Sie längere Strecken laufen, in die Berge aufbrechen, gerne mit dem Handy laufen oder sich auf Ihren ersten Trailwettkampf vorbereiten, stoßen Sie früher oder später auf die Frage: Brauche ich eine Laufweste? Die Antwort ist einfach – in den meisten Fällen ja. Denn eine Laufweste ist nicht nur ein Accessoire für Ultramarathonläufer, sondern ein praktischer Helfer für jeden, der länger auf der Strecke unterwegs ist oder Ausrüstung mitnehmen muss. Auch aus Sicht der richtigen Lauftechnik ist es zudem besser, die Hände frei zu haben und alles Nötige in der Weste oder alternativ in einem Laufgürtel zu verstauen.
Der größte Vorteil einer Laufweste ist, dass Sie alles Wichtige ständig griffbereit haben, ohne dass die Ausrüstung Sie in der Bewegung einschränkt.
In der Weste können Sie problemlos verstauen:
Für mich persönlich ist die Laufweste immer die erste Wahl, sobald ich zum Laufen mehr als nur das Telefon mitnehmen möchte oder wenn ich keine Shorts habe, in denen sich das Handy so verstauen lässt, dass es nicht herumhüpft.
Für kürzere Läufe nutze ich eine kleinere Weste, in die ich nur das Nötigste packe, sowie zwei 250-ml-Softflasks mit Getränk. Die brauche ich meist erst bei Läufen von etwa einer Stunde – außer, es sind gerade wirklich hohe Temperaturen.
Wenn ich einen Lauf von mehr als 90 Minuten plane, nehme ich schon eine Weste mit größerem Volumen. Neben einem größeren Flüssigkeitsvorrat passen darin bequem auch weitere Dinge, die man braucht – zum Beispiel Energieriegel, Gels oder eine leichte Jacke für den Fall eines Wetterumschwungs.
Eine gut sitzende Laufweste sollte beim Laufen nahezu unbemerkt bleiben. Sie sollte nicht verrutschen, nicht hüpfen und keine Scheuerstellen verursachen.
Achten Sie bei der Auswahl auf:
Die meisten Hersteller bieten Größen von XS bis XL an. Wenn Sie zwischen zwei Größen liegen, lohnt es sich, die Weste vor dem Kauf anzuprobieren.
Bei der Auswahl sollten Sie aber nicht nur auf die Größe achten. Genauso wichtig ist auch das Volumen der Weste, das zur Länge Ihrer Läufe und zur Menge der Ausrüstung passen sollte, die Sie normalerweise mitnehmen.
1–3 Liter
4–6 Liter
7–10 Liter
12–15 Liter
Mehr als 15 Liter
Der häufigste Fehler von Anfängerinnen und Anfängern ist das falsche Festziehen der Weste. Idealerweise sollte sie so eingestellt sein, dass sie:
Vor jedem Lauf empfiehlt es sich, die Passform je nach Menge der Ausrüstung anzupassen. Eine voll beladene Weste verhält sich nämlich anders als eine fast leere.
Genauso wichtig ist es, die Weste vor dem Kauf anzuprobieren. Jeder Hersteller verwendet einen etwas anderen Schnitt und eine andere Form, sodass eine Weste, die einer Läuferin oder einem Läufer perfekt passt, für jemand anderen nicht geeignet sein muss. Achten Sie beim Anprobieren darauf, dass sie nirgends drückt, beim Laufen nicht hüpft und bequem alles aufnimmt, was Sie normalerweise dabeihaben.
Beim Laufen sollte man berücksichtigen, dass eine Laufweste wie eine zusätzliche Kleidungsschicht funktioniert. Im Sommer schwitzt man dadurch mehr, dafür kann sie bei kühlerem Wetter angenehm warmhalten.
Ich persönlich trage unter der Weste fast immer ein klassisches funktionelles Sportshirt. Auch wenn ich dadurch stärker schwitze, hilft es mir, Scheuerstellen zu vermeiden, die am häufigsten im Schulterbereich oder unter den Achseln entstehen. Das ist jedoch sehr individuell und hängt davon ab, woran man gewöhnt ist. Oft sehe ich Läuferinnen und Läufer, die die Weste direkt auf der nackten Haut oder nur über einem Tanktop tragen. Mir persönlich sagt das aber nicht zu – selbst im Tanktop fühle ich mich nicht ganz komfortabel. Deshalb empfehle ich aus meiner Sicht ein Funktionsshirt als beste Wahl.
Man sollte jedoch damit rechnen, dass eine Laufweste die Kleidung mit der Zeit abnutzt. Beim Laufen kommt es zu natürlicher Reibung der Materialien, und deshalb können insbesondere leichte Funktionsshirts an den Kontaktstellen mit der Weste mit der Zeit durchscheuern. Das ist der normale Preis für häufiges Tragen der Weste und kein Zeichen für minderwertige Kleidung.
Beide Varianten haben ihre Vorteile, und es hängt vor allem davon ab, wie lang dein Lauf wird und wie viel Flüssigkeit du mitnehmen musst.
Weiche Flaschen (Soft Flask)
Vorteile:
Trinkblase
Vorteile:
In den letzten Jahren bevorzugen die meisten Trailrunner Soft Flasks (Softflasks), weil sie praktischer sind, sich schneller nachfüllen lassen und du jederzeit den Überblick hast, wie viel Flüssigkeit dir noch bleibt. Das ist meiner Meinung nach einer der größten Nachteile der Trinkblase – wenn sie am Rücken verstaut ist, kannst du nur schwer einschätzen, wie viel Wasser du noch hast.
Ich persönlich nutze für die meisten Trainings Soft Flasks. Für Läufe von etwa 60 bis 90 Minuten reichen mir meistens zwei Flaschen mit 250 ml. Für längere Läufe nehme ich zwei 500-ml-Flaschen. Wenn ein wirklich langes Training ansteht und ich weiß, dass es unterwegs keine Möglichkeit gibt, Wasser nachzufüllen, wähle ich eine Trinkblase, ergänzt durch eine oder zwei Soft Flasks. Dieselbe Kombination – eine Soft Flask und eine Trinkblase – habe ich auch bei den letzten Wettkämpfen genutzt und sie hat perfekt für mich gepasst.
Beim Packen der Weste solltest du daran denken, dass die meisten Laufwesten nicht wasserdicht sind. Wenn dich während des Laufs Regen erwischt oder du längere Zeit in feuchter Umgebung unterwegs bist, können die Sachen im Inneren feucht werden.
Elektronik, Ausweise oder andere wasserempfindliche Ausrüstung empfehle ich daher in einem wasserdichten Beutel oder einer wasserdichten Hülle zu verstauen. Das nimmt kaum Platz weg und kann dir eine Menge Ärger ersparen.
Lass die Laufweste nach jedem längeren Lauf gründlich trocknen. So beugst du unangenehmen Gerüchen und der Vermehrung von Bakterien vor. Wasche sie regelmäßig gemäß den Empfehlungen des Herstellers, am besten von Hand oder im Schonprogramm ohne Weichspüler, da dieser die Eigenschaften funktioneller Materialien beeinträchtigen kann.
Widme dieselbe Pflege auch den Soft Flasks (Softflasks) oder der Trinkblase. Spüle sie nach jedem Gebrauch gründlich aus und lass sie vollständig trocknen. Rückstände von Ionengetränken oder anderen süßen Flüssigkeiten können Schimmel, Bakterien und unangenehme Gerüche verursachen, die du später nur schwer wieder loswirst.
Ich persönlich habe zwar nicht mit Westen günstigerer Marken angefangen, hatte aber schon bald die Möglichkeit, Westen der Marke Salomon auszuprobieren – und seitdem sind sie meine erste Wahl. Ihre Qualität sowie die Auswahl sowohl an Farbvarianten als vor allem auch an Volumengrößen ist die größte auf dem Markt. Der Preis ist natürlich höher, aber ich bin mit ihnen zufrieden – aktuell habe ich drei Typen.
SALOMON S/LAB PULSAR 3 – ein Wettkampfmodell für Strecken bis zum 1/2-Marathon, das ich genau für diese kürzeren Trainings nutze, bei denen ich eine oder zwei 250-ml-Flasks, Telefon, Schlüssel und gegebenenfalls ein Gel oder einen Riegel mitnehme.
SALOMON ADV SKIN 5 – Diese Weste verwende ich meist für die längeren Trainings, bei denen ich mind. 1 Liter Flüssigkeit brauche, ein paar Riegel, Gels, Telefon, Schlüssel und ggf. eine Laufjacke oder ein grundlegendes Lauf-Erste-Hilfe-Set, das ich fast immer dabeihabe, weil es besser ist, es zu haben – und man nie weiß, was passieren kann.
SALOMON ACTIV SKIN 8 – Das ist meine Wettkampf-Weste für Ultra. Wenn ich ein Rennen laufe, bei dem ich genug Flüssigkeit, Gels, Riegel, Kleidung bis hin zur Pflichtausrüstung mitnehmen muss, die bei manchen Rennen ziemlich umfangreich sein kann. Dann bekomme ich in diese Weste alles hinein, sie sitzt am Körper hervorragend und passt mir in allen Parametern am besten.
Eine Laufweste ist eine der besten Investitionen in die Ausrüstung jedes Trailrunners. Sie ermöglicht es Ihnen, alles Nötige sicher zu tragen, regelmäßig Flüssigkeit und Energie nachzufüllen und längere Strecken mit mehr Komfort zu laufen. Ob Sie sich auf Ihren ersten Berg-Halbmarathon oder auf einen hundert Kilometer langen Ultratrail vorbereiten – eine richtig ausgewählte und eingestellte Weste macht Ihnen jeden Kilometer angenehmer.
Denken Sie daran: Die beste Laufweste ist nicht die mit dem größten Volumen oder dem höchsten Preis, sondern die, die Sie nach ein paar Kilometern fast nicht mehr spüren.
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