Schlauchlose Systeme gewinnen im Radsport über alle Disziplinen hinweg zunehmend an Beliebtheit. Deshalb begegnen uns im Koloshop häufig Fragen dazu, welche Marke Dichtmittel für schlauchlose Systeme man wählen sollte und wie man es richtig anwendet. In diesem kurzen Artikel beantworten wir sie und ergänzen weitere nützliche Informationen.
Die Antwort ist eigentlich kurz: Verwenden Sie ein Dichtmittel, das der Reifenhersteller empfiehlt. Ja, so einfach ist das. Der Punkt ist, dass der Hersteller den Reifen in diesem Fall mit dem Dichtmittel getestet hat und Sie die Sicherheit haben, dass es zu 100% funktioniert. Wenn der Reifenhersteller kein empfohlenes Dichtmittel angibt, müssen Sie ein bestimmtes selbst testen. Aber es gibt keinen Grund zur Sorge, die überwiegende Mehrheit der Dichtmittel auf dem Markt liefert ziemlich ordentliche Ergebnisse. Wenn wir ein Dichtmittel empfehlen sollten, wäre das zum Beispiel Stans No Tubes, das wir üblicherweise im Servis verwenden.
Die kurze Antwort lautet: Davon raten wir ganz klar ab. Auch wenn es wie eine schnelle Lösung wirkt, lohnt es sich nicht, unterschiedliche Marken von Dichtmitteln (sog. „Milch“) zu mischen.
Warum sollte man verschiedene Marken nicht kombinieren?
Jeder Hersteller setzt auf spezifische Technologien und Chemie. Dichtmittel unterscheiden sich vor allem in folgenden Punkten:
In der Praxis kann niemand garantieren, wie zwei unterschiedliche Mischungen miteinander reagieren. Statt eines perfekten Schutzes vor einem Platten riskieren Sie, dass das Dichtmittel genau dann seine Funktion verliert, wenn Sie es am dringendsten brauchen.
Erfahrung aus der Werkstatt: In unserer Werkstatt begegnen wir oft den Ergebnissen solcher „Experimente“. Nach dem Abziehen des Reifens finden wir dann Schichten aus getrockneten und voneinander getrennten Massen, die sich überhaupt nicht verbunden haben. Statt einer homogenen Flüssigkeit finden Sie innen nur noch wirkungslose Klumpen – wie auf dem Foto unten zu sehen.
Wenn Sie auf eine andere Dichtmittelmarke wechseln, reinigen Sie Reifen und Felge zunächst gründlich von Rückständen der alten Füllung. Nur so gewährleisten Sie 100% Schutz vor einer Panne und die maximale Lebensdauer des Tubeless-Systems.
Bei vielen Herstellern finden Sie ein universelles Dichtmittel. Häufig stoßen Sie jedoch auch auf zwei oder mehr Dichtmittel derselben Marke. Worin unterscheiden sie sich? Neben dem Standard-Dichtmittel zur üblichen Pannenprävention bieten Hersteller oft auch eine wirksamere Variante an, die im Namen als Race, Profi, Extreme und so weiter gekennzeichnet ist. Worin unterscheidet sich diese Variante? Vor allem in der Fähigkeit, eine Panne schneller und effektiver zu bewältigen. Das muss jedoch nicht für den normalen Gebrauch geeignet sein, da das Dichtmittel schneller austrocknet und Sie es deutlich häufiger nachfüllen und den Reifen reinigen müssten. Ein normales Dichtmittel bleibt mehrere Monate wirksam, was bei Race-Varianten nicht gilt. Wirksamere Dichtmittelvarianten sind daher für ein Rennen geeignet, für eine langfristige präventive Anwendung eignen sie sich jedoch nicht.
Die Dichtmilch im Reifen trocknet mit der Zeit aus, daher ist es sinnvoll, die Dichtmilch alle 3–4 Monate zu kontrollieren und nachzufüllen. In wärmerem Klima trocknet die Dichtmilch jedoch schneller aus. Mindestens einmal pro Saison muss der Reifen dann abgenommen und das gesamte System kontrolliert und von alter Dichtmilch gereinigt werden. Daher ist es gut, einen Entferner für alte Dichtmilch zur Hand zu haben, der die Arbeit deutlich beschleunigen kann.
Mit der Antwort würde ich etwas unkonventionell beginnen. Ziehen Sie sich als Erstes alte Kleidung an, denn Dichtmilch lässt sich aus Textilien nicht herauswaschen und eine ruinierte neue Hose freut niemanden. Außerdem ist es sinnvoll zu prüfen, dass Felge und Reifen für den Tubeless-Einsatz geeignet sind. Auf der Felge muss das Tubeless-Felgenband perfekt aufgeklebt sein, und auch Tubeless-Ventile dürfen nicht fehlen. Vor der Anwendung muss die Dichtmilch gründlich aufgeschüttelt werden; anschließend kann sie in den meisten Fällen durch das Ventil eingefüllt werden. Sie kann auch direkt in den Reifen gegossen werden, bevor die zweite Wulst aufgezogen wird. Beim anschließenden Aufpumpen des Reifens empfiehlt es sich, den Ventileinsatz auszubauen, damit Sie sofort den nötigen Druck erreichen, damit die Wulst einrastet. Hier kommen Sie höchstwahrscheinlich nicht ohne Kompressor oder einen sogenannten Booster aus – das ist eine Druckluftpumpe, die im Handumdrehen den benötigten Druck erzeugen kann. Nachdem die Wülste sitzen, kann der Ventileinsatz wieder eingeschraubt und der Reifen auf den gewünschten Druck aufgepumpt werden. Achtung: Vor dem endgültigen Aufpumpen immer prüfen, ob der Reifen perfekt in der Felge sitzt. Kleine Undichtigkeiten der Dichtmilch sind nach der Montage normal; es ist gut, das Rad zu schütteln und zu drehen, damit sich die Dichtmilch im Reifen gleichmäßig verteilt.
Benötigte Menge an Dichtmilch:
„Milcherei“ im Radsport ist vermutlich gar nicht so kompliziert. Sollte Ihnen dennoch etwas unklar sein, wenden Sie sich an unseren technischen Support oder an die Kollegen in unseren Filialen.
Pavel, Koloshop Teplice
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