Ich wollte Steifigkeit und Aggressivität für alle Terrains, in denen ich fahre, und das neue SuperX war meine Wahl. Ich habe etwas gezögert, ob ich Elektronik oder klassische Mechanik wählen soll. Wie begeistert ich bin, erfahren Sie in der folgenden Rezension.
Auf Anhieb hat mir das SuperX richtig gut gepasst. Schon bei der ersten Ausfahrt bin ich damit gierig die Anstiege hinterm Haus hochgejagt. Sofort habe ich gemerkt, dass das Bike Lust hat zu fahren, und die Steifigkeit des gesamten Systems hat mich nach vorn und hinauf in die Steilstücke getrieben. Die Euphorie ließ allerdings schnell nach, sobald die Steigung über 14 % ging. Doch die Lust auf eine aggressive Fahrt ließ mich nicht langsamer werden. So bin ich auf dem Rad halt immer. Ich mag dieses „Wusch“.
Im klassischen Gravel-Terrain, von dem ich in meiner Umgebung Hunderte Kilometer habe, ist das SuperX wie ein Fisch im Wasser. Es rollt und liegt satt. Selbst in den lokalen Steilpassagen konnte ich problemlos aus dem Sattel gehen, ohne dass es durchrutschte – inwieweit das an der Geometrie oder an der Fahrtechnik liegt, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass ich auf manchen Abschnitten gleich meine persönlichen Bestzeiten verbessert habe.
Abfahrten mit diesem SuperX-Wildfang haben sich in einen unfassbaren Fast-&-Furious-Spaß mit Kontrollgefühl verwandelt. Auf einer lokalen, vielbefahrenen Abfahrt hat mir der KOM um 12 Sekunden gefehlt – das hat mich sehr überrascht und gleichzeitig gefreut. Tja, aktuell kuriere ich allerdings drei gebrochene Rippen aus, weil ich mich auf dem Schotter vom Rad in einen Baum geschossen habe. Also Vorsicht!
Auf Straßenpassagen habe ich gemerkt, dass ich mehr Druck machen muss – vor allem, weil ich gröbere und breitere (40 mm) Reifen drauf habe. Aber es geht trotzdem gut vorwärts. Eine Straßenausfahrt mit einem Kollegen auf der Straße ist also auch okay, wobei ich zugeben muss: Es ist ein bisschen mehr Arbeit als auf glatten 30er-Reifen.
Es hat bei mir etwas länger gedauert, die Sitzposition, also Höhe/Neigung des Sattels, richtig einzustellen. Am Ende hat es aber zu meiner Zufriedenheit geklappt. Ich hatte Angst, die Sattelstütze zu überdrehen, weil ich keinen Drehmomentschlüssel benutze. Und so knirscht es in der Sattelstütze manchmal ein wenig.
Eine große Neuheit für mich war die elektronische Schaltung SRAM Apex. Es ist mein erstes Rad mit elektronischer Schaltung, daher bin ich da anfangs mit etwas Respekt und Misstrauen herangegangen. All meine Vorbehalte waren jedoch sehr schnell verflogen und wurden durch Freude über die Präzision und Geschwindigkeit des Schaltens ersetzt. Wirklich super.
Die Bremsen habe ich natürlich auch sofort bei steilen und technisch anspruchsvollen Abfahrten gefordert.
Alles sah nahezu unwirklich perfekt aus – bis sich mir in einer brutal steilen Schotterabfahrt auf mysteriöse Weise der Lenker löste und ich ihn bei dem Tempo fast losgelassen hätte. Es blieb nicht einmal Zeit, bei dieser Geschwindigkeit vor Angst in die Hose zu machen. Zu 100 % wäre ich im Krankenhaus gelandet, zerbrochen wie Mel Gibson in BraveHeart. Ursache unbekannt, dennoch habe ich eine Schwachstelle meiner Raketenmaschine entdeckt. Vom vorherigen Bike war ich ein Vollcarbon-Cockpit gewohnt, bei dem so etwas kaum passieren würde. Deshalb arbeite ich intensiv an dieser Änderung und suche ein passendes Carbon-Cockpit. Eigentlich bedauere und überrascht es mich zugleich, dass bei einem so sportlich und leistungsorientiert abgestimmten Rad „gewöhnliche“ Alu-Lenker und ein Vorbau verbaut sind. Der Grund ist vermutlich, den Preis etwas niedriger zu halten.
Das gesamte Rad wirkt wie ein richtig gelungener Partner für alle, die sich nicht damit beschäftigen wollen, ob sie heute auf der Straße, auf Gravel oder auf einem Waldweg unterwegs sind. Du steigst einfach auf, und der SuperX-Raubtier wird dich immer und überall hervorragend fahren.
Kann ich allen empfehlen, die ein schnelles, steifes und wendiges Fahrrad für abwechslungsreiches Fahren suchen. Ich bin sehr zufrieden.
Mit freundlichen Grüßen
Wudy
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