Im vorherigen Artikel haben wir uns angeschaut, worauf es bei Nahrungsergänzungsmitteln für Ausdauersportarten wirklich ankommt. Auf die Grundlagen, ohne die kein weiteres Supplement zur Leistungssteigerung Sinn macht: Energie während der Leistung, Hydratation und Elektrolytaufnahme sowie Regeneration nach der Belastung.
Erst wenn diese Grundlagen fest verankert sind, macht es Sinn, auf das nächste Level zu gehen und zu Stoffen zu greifen, die die Leistung wirklich steigern können. Keine Marketingtricks, sondern wissenschaftlich bewährte Ergänzungsmittel, die funktionieren.
Es gibt 5 bewährte Nahrungsergänzungsmittel, die die sportliche Leistung steigern. Dazu gehören Koffein, Nitrat, Beta-Alanin, Bikarbonat (Natriumhydrogencarbonat) und Kreatin.
Lassen Sie uns besprechen, wie sie funktionieren, was die Wissenschaft sagt und welche Dosierung sinnvoll ist.
Koffein gehört zu den am besten untersuchten ergogenen Substanzen und hat nachweisliche Auswirkungen auf Leistung, Konzentration und Müdigkeit. Seine Wirkung beschränkt sich nicht nur auf eine „Anregung“. Es beeinflusst sowohl das Nervensystem als auch den Energiestoffwechsel.
Wie es funktioniert: Es handelt sich um ein Stimulanz des zentralen Nervensystems. Es blockiert Adenosinrezeptoren, was die Müdigkeit verringert, erhöht die Spiegel von Neurotransmittern (Dopamin, Noradrenalin), fördert die Mobilisierung von Fetten als Energiequelle und verringert das subjektive Belastungs- und Schmerzempfinden.
Was die Wissenschaft sagt: Koffein unterstützt nachweislich die körperliche Leistung und die kognitiven Funktionen (Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentration) und wird durch Dutzende von Meta-Analysen bestätigt. Die Variabilität der Wirkung wird durch genetische Faktoren, Toleranz, Dosierung und die Art des Sports beeinflusst.
Koffein verbessert die Ausdauer bei Belastung (bis zur Erschöpfung), die Muskelleistung sowie die Ausdauer, die Konzentration und verringert das Wahrnehmen von Müdigkeit. Langfristiger Gebrauch kann zu Toleranz führen, daher wird empfohlen, Zyklen einzuhalten.
Dosierung:
3–6 mg/kg Körpergewicht etwa 45 Minuten vor der Leistung und während der Leistung.
Höhere Dosen (>9 mg/kg) verbessern die Leistung nicht weiter, erhöhen jedoch häufig das Risiko von Übelkeit, Angstzuständen oder Verdauungsstörungen.
Es kann auch eine aufgeteilte Dosierung verwendet werden - 100 - 150 mg alle 40 Minuten bis 2 Stunden, je nach Länge des Rennens.
Tipp: Für die Wirkung von Koffein nutzen Sie dessen reine Form (wasserfreies Koffein), es hat einen schnelleren Wirkungseintritt und eine höhere Bioverfügbarkeit. Kaffee stimuliert die Magensäureproduktion und kann den Verdauungstrakt reizen, was während der Leistung niemand will.
Testen Sie die Dosierung bereits im Training, nicht erst im Wettkampf.
Nitrate (NO₃⁻) sind natürliche Verbindungen, die in Rote Beete, Spinat und anderem Gemüse enthalten sind und im Körper in Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt werden. Dieser Mechanismus unterstützt den Blutfluss, die Erweiterung der Blutgefäße und den besseren Sauerstofftransport zu den Muskeln. Im Gegensatz zu Stimulanzien wie Koffein aktivieren sie das Nervensystem nicht, verbessern jedoch die Effizienz des Körpers bei der Leistung.
Die häufigste Form der Supplementierung ist Rote-Bete-Saft oder konzentrierte Shots.
Was die Wissenschaft sagt: Nitrate beeinflussen die Ausdauer sowie die Leistung in Kraft-Ausdauer-Disziplinen positiv. Sie senken den Sauerstoffverbrauch bei gegebener Intensität und verlängern die Zeit bis zur vollständigen Erschöpfung. Besonders gut funktionieren sie bei Disziplinen, die 5–30 Minuten dauern, aber die Vorteile werden auch bei längeren Leistungen verzeichnet. Laut Forschung von Wylie et al., 2013 kann die Supplementierung die Leistung um 2–4 % steigern. Die Wirkung ist 2–3 Stunden nach der Einnahme am stärksten, aber regelmäßige Anwendung über 5–7 Tage kann die Wirkung noch verbessern.
Wie sie funktionieren: Im Körper werden Nitrate allmählich in Nitrite (NO₂⁻) und anschließend in Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt, welches die Blutgefäße erweitert und den Blutfluss verbessert. Dies führt zu einem geringeren Energieverbrauch bei gleicher Intensität der Leistung. Dadurch kann der Sportler schneller laufen, radfahren oder schwimmen bei gleichem Aufwand oder das gleiche Tempo länger halten.
Dosierung:
6–8 mmol (≈ 400–800 mg NO₃⁻) etwa 2–3 Stunden vor der Leistung
bei langfristiger Supplementierung (5–7 Tage vor dem Wettkampf) kann der Effekt noch verstärkt werden.
Tipp: Wählen Sie sorgfältig Produkte mit standardisiertem Nitratgehalt. „Rübenextrakt“ bedeutet nicht unbedingt, dass es eine ausreichende Menge an Nitraten enthält. Wählen Sie solche, bei denen die Nitratmenge in der Dosis ausdrücklich erwähnt wird.
Tipp 2: Das Spülen des Mundes mit einer antibakteriellen Mundspülung kann die Umwandlung von Nitraten blockieren und die Wirkung um bis zu 60 % reduzieren.
Beta-Alanin ist eine Aminosäure, die das Carnosin-Level in den Muskeln erhöht.
Carnosin hilft, die saure Umgebung zu neutralisieren, die bei intensiver Belastung entsteht. Beta-Alanin gehört zu den am besten erforschten Substanzen, die die Leistung bei kurzen bis mittleren Aktivitäten von 1–4 Minuten steigern.
Wie es funktioniert: Der Haupteffekt von Beta-Alanin ist die Erhöhung der Carnosinvorräte in den Muskeln, die als Puffer fungieren und den pH-Abfall bei hoher Intensität reduzieren. Dies verzögert den Eintritt der Ermüdung und verbessert die Toleranz gegenüber hohem Laktat, was es ermöglicht, länger bei hoher Intensität fortzufahren. Es beeinflusst nicht direkt die Kraft oder die maximale VO₂, sondern verlängert die Zeit bis zur Erschöpfung bei anaerober Belastung. Aus diesem Grund ist es synergistisch mit Kreatin oder Koffein, da jede Substanz auf andere Weise wirkt.
Was die Wissenschaft sagt: Der Effekt von Beta-Alanin ist am größten bei Aktivitäten, die 1–4 Minuten (bis zu 10 Minuten) dauern, und verbessert die Leistung um 2–3 %.
Nebenwirkung: Bei der Einnahme von Beta-Alanin kann ein Kribbeln auf der Haut (Parästhesie) auftreten. Dieser vollkommen natürliche Effekt ist völlig harmlos und kann durch Aufteilung der Dosen vermieden werden.
Dosierung:
3–6 g täglich, aufgeteilt in 2–3 Dosen (zur Verringerung des Hautkribbelns) über einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen
Die Wirkung tritt schrittweise ein (es handelt sich nicht um einen sofortigen Booster)
Natriumhydrogencarbonat (NaHCO₃) ist ein weiterer Puffer, der hilft, das saure Milieu in den Muskeln während intensiver Belastung zu dämpfen. In der Praxis bedeutet dies, dass er das Gefühl von Muskelbrennen und Müdigkeit bei Leistungen, bei denen der anaerobe Stoffwechsel dominiert (ähnlich wie Beta-Alanin), verzögern kann. Er gehört zu den effektivsten legalen ergogenen Substanzen, aber auch zu denen, die am häufigsten Magen-Darm-Beschwerden verursachen, wenn sie falsch eingenommen werden.
Wie es funktioniert: Im Gegensatz zu Beta-Alanin wirkt es schneller, da es den pH-Wert im Blut erhöht und den Muskeln ermöglicht, länger bei höherer Intensität zu arbeiten. Seine Wirkung ist systemisch. Das bedeutet, dass es nicht direkt in der Muskelzelle wirkt, sondern in der äußeren Umgebung, wodurch Wasserstoffionen, die „Muskelbrennen“ verursachen, besser abgeleitet werden. Dadurch kann die Intensität auch am Ende eines Wettbewerbs, wenn es sonst zu einer „totalen Übersäuerung“ kommen würde, etwas länger aufrechterhalten werden.
Was die Wissenschaft sagt: Natriumhydrogencarbonat kann die Leistung vor allem bei hochintensiven, kurzen bis mittellangen Aktivitäten von 1–4 Minuten (z. B. 200 m Schwimmen, 1500 m Laufen) verbessern. Gerade in diesen Disziplinen wurde am häufigsten eine Leistungsverbesserung, manchmal um 2–3 %, beschrieben.
Dosierung:
0,2–0,3 g/kg Körpergewicht ca. 60–120 Minuten vor der Leistung.
Das größte Problem ist das gastrointestinale Unbehagen, daher wird eine aufgeteilte Dosierung oder die Einnahme mit Nahrung empfohlen.
Tipp: Testen Sie vorsichtig die Dosierung im Training. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es bei Einzeldosen zu Durchfall oder Übelkeit kommen kann.
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Kreatin ist eine natürliche Verbindung, die in den Muskeln als schnelle Energiequelle für kurze explosive Leistungen dient. Seine Supplementierung erhöht die Kreatinphosphatspeicher und ermöglicht es, während intensiver Leistungen mehr Energie (ATP) zu erzeugen. Dadurch verbessert es Kraft, Leistung, Explosivität und Regeneration zwischen den Intervallen. Es ist das am meisten erforschte Supplement und gehört in der Sportwissenschaft zu den sichersten und effektivsten Ergänzungen überhaupt.
Wie es funktioniert: Kreatin erhöht die Fähigkeit, ATP während kurzer intensiver Leistungen schneller zu regenerieren. Dies ermöglicht es, mehr Wiederholungen auszuführen, eine höhere Leistung zu halten und die Trainingsqualität zu verbessern.
Was die Wissenschaft sagt: Es handelt sich um das am meisten untersuchte Supplement mit nachgewiesenen Wirkungen auf Kraftzuwachs, Muskelmasse und beschleunigte Regeneration. Kreatin verbessert die maximale Kraft um ca. 8 % und die Kraftleistung um 14 %. Der Effekt ist konsistent über Alter, Geschlecht und Trainingsniveau hinweg. Mehrere Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Kreatin zusammen mit Kohlenhydraten und Proteinen die Speicherung von Muskelglykogen fördert, was ein wichtiger Regenerationsprozess nach der Leistung ist.
Dosierung:
Normalerweise 3–5 g täglich – Wirkung zeigt sich nach 3–4 Wochen
Alternativ kurzfristig „Ladephase“ - 20 g/Tag (aufgeteilt) über 5–7 Tage, dann mit einer Erhaltungsdosis von 3–5 g täglich fortfahren.
Tipp: Kreatin wird besser aufgenommen mit Mahlzeiten und Getränken, die Kohlenhydrate enthalten.
Auf dem Markt gibt es viele „Leistungsbooster“, die Wunder versprechen. Die Realität ist, dass nur wenige von ihnen tatsächlich funktionieren, und die kennen Sie jetzt. Koffein, Nitrate, Beta-Alanin, Bicarbonat und Kreatin haben solide wissenschaftliche Grundlagen und nachweisbare Effekte, wenn sie richtig eingesetzt werden.
Aber wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln gilt, dass sie kein Ersatz für Training, Ernährung oder Schlaf sind.
Ein gut abgestimmter Trainingsplan, qualitativ hochwertige Nahrung und ausreichend Regeneration sind die Basis. Erst darauf können diese Substanzen ihr wahres Potenzial entfalten.
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