Noch vor gar nicht allzu langer Zeit war die absenkbare Sattelstütze ein Privileg von Enduro-Bikes. Heute findet man sie auf fast jedem Trailbike, immer häufiger ist sie auch an Hardtails zu sehen, und sie erobert sich auch im Segment der immer populäreren Gravelbikes ihren Platz – und das in allen Preisklassen. Und der Grund ist bei allen genannten Disziplinen derselbe – Kontrolle über das Bike in technischem Gelände.
Dank der absenkbaren Sattelstütze kann der Fahrer die Sattelhöhe ohne Anhalten per Hebel am Lenker verstellen. Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wenn Sie mit dem Thema nicht vertraut sind: „Warum sollte ich das tun? Wozu ist das gut?“
Der Grund ist ganz einfach. Kontrolle.
Bei normaler Fahrt in der Ebene oder beim Anstieg ist es sinnvoll, die Sattelhöhe so einzustellen, dass das Treten effizient und gesund ist und möglichst viel Kraft auf die Pedale übertragen wird – das heißt, das Bein ist im Knie leicht angewinkelt. Im Gegensatz dazu ist es bei der Abfahrt wünschenswert, den ganzen Körper etwas nach hinten zu verlagern und auf dem Bike sozusagen in Ellbogen und Knien „federn“ zu können – und genau das ermöglicht das Absenken der Sattelstütze in den Rahmen.
So hat der Fahrer mehr Platz über dem Bike und kann das Gelände besser ausgleichen, weil sich das Bike besser kontrollieren lässt, und die Abfahrt ist dadurch auch sicherer.
Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer Federgabel – im Inneren der Sattelstütze befindet sich ein Mechanismus, der eine stufenlose Bewegung nach oben und unten ermöglicht. Der Hebel am Lenker ermöglicht anschließend die Arretierung in jeder beliebigen Position.
Durchmesser, Hub, Länge, elektronisch, gefedert … da kann einem schnell der Kopf schwirren.
Die Auswahl einer Vario-Sattelstütze kann auf den ersten Blick kompliziert wirken, tatsächlich entscheidet man aber anhand einiger grundlegender Parameter. Wenn Sie diese richtig festlegen, verringern Sie deutlich das Risiko, ein inkompatibles oder ungeeignetes Modell zu kaufen. Bringen wir etwas Klarheit hinein.
Das Wichtigste bei der Auswahl – gleich nach der Festlegung des Budgets und bei verheirateten Männern nach der Zustimmung der Ehefrau – ist, den richtigen Durchmesser zu wählen. In unserem E-Shop finden Sie zum Beispiel 4 Durchmesser – 34,9 mm, 31,6 mm, 30,9 mm, 27,2 mm.
Wichtig ist, dass der Durchmesser der Sattelstütze exakt dem Durchmesser des Sitzrohrs am Rahmen entspricht. Hier kommen keine Unterlagen oder Reduzierhülsen infrage.
Ein deutlich häufigeres Problem als der falsche Durchmesser ist eine falsch gewählte Länge. Glauben Sie nicht, dass Sie z. B. eine 400 mm lange Sattelstütze mit 130 mm Hub kaufen und das dann irgendwie schon passt.
Das erste Problem, auf das Sie stoßen können, ist die Rahmengröße, die möglicherweise nicht genug Einstecktiefe für eine solche Sattelstütze zulässt. Das hat zur Folge, dass der feste Teil der Sattelstütze zu hoch steht und das vollständige Ausfahren der Teleskopstütze dann nicht zu Ihrer Körpergröße passt – und Sie müssten jedes Mal durch verschiedenes Verstellen nach der richtigen Position suchen. Und genau so soll das wirklich nicht funktionieren.
Richtig ist, dass die Sattelstütze im vollständig ausgefahrenen Zustand exakt auf die Körpergröße des Fahrers eingestellt ist, damit sie bequemes und sicheres Pedalieren ermöglicht.
Die Rohrlänge wählt man am besten nach der ursprünglichen. Falls Sie aber ein Stück länger brauchen, passen Sie wirklich auf und probieren Sie die geplante Länge lieber aus, ob Sie sie in den Rahmen hineinbekommen.
Der Hub bestimmt, wie viel Platz du bei Abfahrten über dem Rad gewinnst. Bei uns kannst du aus 24 Längen von 50 mm bis 250 mm wählen.
Welche Länge ist die richtige für dich?
Darauf gibt es keine eindeutige Antwort. Allgemein lässt sich sagen, dass ein Hub bis ca. 100 mm bei Gravelbikes zu finden ist. Ein Hub bis 125 mm dann bei XC-Bikes. Trailbikes haben schon auch 150 mm. Enduro-Bikes nähern sich 200 mm an, und alles darüber ist eher den speziellen Downhill-Bikes vorbehalten.
Das ist zwar eine grobe Orientierung, aber in der Praxis ist es ungefähr so.
Aus Montagesicht stößt du dann auf 3 Kategorien. Wir werden hier keine detaillierte Montage besprechen, da jedes Rad anders ist. Allgemein lässt sich aber sagen, dass die überwältigende Mehrheit der heutigen Bikes mit ab Werk montierter Teleskopstütze eine interne Zugführung zur Bedienung hat. Das bedeutet, dass der Zug mit Hülle von der Sattelstütze durch das Sitzrohr in den Rahmen geführt wird und vorne beim Vorbau wieder herauskommt.
Bei den teureren Modellen treffen wir bereits auf elektronische, also kabellose Bedienung, die zur Betätigung keinen Zug benötigt, sondern nur einen geladenen Akku – ähnlich wie wir es beim Schalten schon lange kennen.
Und es werden immer noch Modelle hergestellt, die eine externe Führung haben, d. h. am Rahmen entlang und nicht innen. Eine solche Sattelstütze lässt sich im Grunde an jedes Fahrrad montieren – natürlich vorausgesetzt, Durchmesser, Längen usw. passen.
Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen liegen nicht nur in den Parametern, sondern auch im Gefühl bei der Nutzung. Günstigere Sattelstützen können eine langsamere Rückstellung oder ein schlechteres Hebelgefühl haben oder eine weniger gut gelöste Hebelergonomie.
Solche Informationen lassen sich gut in Artikeln oder in den Kommentaren unter dem Produkt finden. Die Nutzererfahrung sagt mehr aus als eine Auflistung der Funktionen vom Hersteller.
Zum Beispiel habe ich von Eltern eines jungen Bikers gelegentlich gehört: „Das braucht er nicht, dafür ist noch Zeit, wenn er besser fährt.“ Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt als diese Aussage – vorausgesetzt, wir sprechen von einem Biker, der Mountainbike fährt und keinen Bordstein oder passend zugeschnittenen Baumstumpf im Park ungenutzt lässt.
In so einem Moment ergibt eine Teleskopsattelstütze in erster Linie aus Sicherheitsgründen Sinn, aber auch, damit sich das Kind bei diesen „akrobatischen“ Versuchen die richtigen Gewohnheiten und eine korrekte Körperhaltung aneignet.
Genauso ist es auch bei größeren bzw. älteren Fahrern – wobei ich ergänzen würde, dass du nicht unbedingt durch die Luft fliegen willst wie Tomáš Zejda oder den Berg hinunterbrettern wie Tomáš Slavík, aber auf deiner Tour trotzdem gerne eine flotte Runde auf einem Singletrail im Wald hinterm Haus drehst.
Auch hier muss man mit dem Körper und dem Schwerpunkt arbeiten. Mindestens aus Gründen der Sicherheit und des Komforts.
Kurz gesagt: Eine Dropper-Post und die Möglichkeit, die Sitzhöhe anzupassen, ist sinnvoll – ich würde sogar sagen unverzichtbar – für jeden, der das Rad nicht nur als Verkehrsmittel zur Arbeit nutzt, sondern es im Gelände genießt und Unebenheiten überrollen oder überspringen will, statt sie zu umfahren.
Damit es nicht nur um Superlative geht: Hat eine Dropper-Post am Bike auch ihre Tücken?
Egal, für welche Variante du dich entscheidest: Eines ist sicher – wenn du im Gelände unterwegs bist, ist eine Teleskopsattelstütze nicht nur ein weiteres Zubehör, sondern etwas, das dir die Art und Weise verändert, wie du dein Bike kontrollierst.
Bei der Auswahl helfen wir dir gerne in любой unserer Filialen, oder wende dich an unseren Kundenservice.
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