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Zwei Grammjäger im Praxistest: Petzl Bindi vs. Silva Smini Fly

Auf meiner letzten großen Treckingtour durch Schottland habe ich schmerzlich einsehen müssen, dass etwas weniger Gewicht auf dem Rücken vielleicht doch ganz nett wäre. Zeit für ein Upgrade, also – oder ein Downgrade, wie man’s nimmt. Seine gesamte Treckingausrüstung auf ultraleicht zu trimmen, ist allerdings keine Kleinigkeit und auch finanziell nicht zu unterschätzen! Irgendwo muss man aber schließlich anfangen, also starte ich mit einem Ausrüstungsgegenstand, der vielleicht nicht besonders groß, aber meiner Meinung nach umso wichtiger ist – mit der Stirnlampe. Jeder, der mal nach Einbruch der Dunkelheit weiterwandern oder sein Zelt aufbauen musste, weiß bestimmt, wovon ich rede.

Veröffentlicht: 1. 6. 2026
1 Min. Lesezeit
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Da ich mich nicht so recht entscheiden konnte, habe ich mir zwei verschiedene Modelle zum Testen ausgesucht:

  • Die Petzl Bindi – ein bewährter Klassiker der Ultraleichtszene,
  • und die Silva Smini Fly – ein weniger bekannter, aber schicker Konkurrent aus Schweden, der auf dem Papier fast exakt die gleichen Specs aufweist.

Bald würde sich zeigen, welche der beiden ich lieber mit auf Tour nehmen würde!

Warum ultraleicht?

Ultraleicht-Stirnlampen sind übrigens nicht nur fürs Trecking mit Zelt oder beim Fastpacking sinnvoll. Kompakt, minimalistisch und federleicht sind sie am Kopf kaum zu spüren und passen immer in die Jackentasche: beim Lauf im Stadtpark am frühen Morgen, spätabends auf der Hunderunde oder beim Sternegucken an der Berghütte. Auch als Immer-dabei-Lampe im Alltagsrucksack sind sie durch ihr geringes Packmaß sehr praktisch. 

Erster Eindruck

Obwohl die beiden Lampen von der Ausstattung und vom Preis her fast identisch sind, machten sich sofort nach dem Auspacken erste Unterschiede bemerkbar.

Die Silva Smini Fly fand ich sofort sehr stylish mit ihrem unifarbenen Design in zartem Mintgrün. Dieses war übrigens nur eine von mehreren schönen Farbvarianten – die Skandinavier mal wieder! Das Stirnband lässt sich abnehmen und bei Bedarf durch ein neues ersetzen. Nachhaltig und benutzerfreundlich! Beim Versuch, das Band zu entfernen, hatte ich kurz Sorge, gleich eine von den filigranen Kunststoffkanten abzubrechen, doch sie überstanden es unbeschadet. Dort, wo die Lampe auf der Stirn aufsitzt, ist sie durch Schaumstoff gepolstert. Ein weiteres interessantes Feature: Die Smini Fly lässt sich aufklappen, wodurch man den Leuchtwinkel verstellen und zugleich den USB-C-Ladeanschluss freilegen kann. Trotz Wasserdichtigkeit nach IPX5 kann dieser zusätzliche Schutz vor Staub und Nässe sicher nicht schaden. 

Mein erster Eindruck von der Smini Fly: stylisch, innovativ, durchdacht.

Die Petzl Bindi wirkt vielleicht nicht ganz so schick und kreativ wie die Silva, dafür machte sie auf mich sofort einen sehr robusten Eindruck. Ein kompakter Lampenkörper mit kleinem Knopf, Micro-USB-Anschluss an der Unterseite (ebenfalls wasserdicht nach IPX4) und einem dünnen elastischen Stirnband mit Kordelzug, das war’s. Alle nötigen Funktionen und dabei kaum Angriffsfläche für Verschleiß oder Beschädigungen.

Mein erster Eindruck von der Petzl Bindi: wertig, funktional und minimalistisch.

Erste Testerfahrungen beim Laufen

Vermutungen kann man viele anstellen, aber am aufschlussreichsten ist am Ende immer der Praxistest. Also beide Lampen einmal kurz aufgeladen (ging recht fix), Laufschuhe an und raus in den dunklen Park!

Als erstes war die Silva Smini Fly dran. Beim ersten Anschalten war ich überrascht, wie weit ihr Licht selbst auf niedrigster Helligkeitsstufe in die Ferne reicht – vor allem der hellste Punkt in der Mitte. Auf den beiden höheren Stufen erhält man einen regelrechten Suchscheinwerfer! In der Peripherie ist das Licht der Smini Fly etwas schwächer. Trotzdem war der Weg für meine Bedürfnisse auch rechts und links von mir immer ausreichend beleuchtet und die niedrigste Helligkeitsstufe zum Joggen prima geeignet. Dank der vier verschiedenen Neigungsstufen konnte ich außerdem den Leuchtwinkel anpassen und so den hellsten Punkt näherholen. Eine kurze Begegnung mit einem Waschbären erinnerte mich daran, dass es Zeit war, auf Rotlicht umzuschalten – das ist weniger stressig für Tiere. Mit meiner alten Stirnlampe konnte ich problemlos im Rotlichtmodus joggen. Und mit der Silva? Bis auf einen recht hellen, aber relativ kleinen Punkt in der Mitte, war das Rotlicht der Smini Fly eher zart. Außen war es zudem durch einen Lichtkranz gerahmt, der mich beim Laufen ein bisschen irritierte. Nicht so schlimm, dann ging es eben mit weißem Licht weiter und schließlich heimwärts. Positiv aufgefallen ist mir hierbei, dass die Silva dank der Schaumstoffpolsterung vom ersten Aufsetzen bis zum letzten Meter des anderthalbstündigen Laufs immer superbequem saß und ich sie kaum spürte.

Beim nächsten Nachtlauf war die Petzl Bindi mit am Start. Die saß auch ohne Polsterung überraschend bequem. Heute Nacht wollte ich gleich mit Rotlicht loslaufen. Dieses fand ich bei der Petzl sehr weich und gleichmäßig gestreut, aber immer noch schwächer, als ich es gewohnt war. Bei meinem gemächlichen Starttempo fand ich es noch ausreichend, aber später schaltete ich sicherheitshalber doch wieder auf Weißlicht. Da mussten die Tiere im Park heute nochmal durch. Der Weißlichtmodus der Petzl ließ mich staunen, wie unterschiedlich eine fast identische Lumenzahl in der Praxis aussehen kann!

Die Petzl Bindi warf auch hier ein sehr gleichmäßiges, weiches Licht, das etwas breiter gestreut war als bei der Silva, dafür aber weniger weit in die Ferne reichte. Für meine üblichen Anwendungszwecke genügt die Reichweite aber völlig. Beim hin- und herschalten tat ich mich manchmal schwer, den kleinen Knopf der Lampe zu treffen, denn beim Rennen ist ja doch immer alles etwas wackelig. Mit dem größeren Knopf der Silva war das irgendwie einfacher gewesen. Außerdem: wann immer ich nach einer Weile die Helligkeitsstufe der Petzl Bindi ändern wollte, ging die Lampe erstmal ganz aus. Nicht ideal, wenn man gerade in vollem Lauf ist und plötzlich das Licht ausgeht, aber wenn man es weiß, kann man sich darauf einstellen. Mit der Petzl landete ich schließlich bei Helligkeitsstufe zwei als Wohlfühlstufe fürs Joggen. Cool fand ich hier die stufenlose Neigungsfunktion, mit der ich den Leuchtwinkel immer perfekt passend einstellen konnte.

Petzl Bindi Silva Smini Fly

Petzl und Silva on Tour – Trecking-Test im Elbsandsteingebirge

Nachdem ich die zwei Lampen ein paar Wochen auf meinen spätabendlichen Laufrunden ausprobiert hatte, war ich nun gespannt, sie mit auf den Trail zu nehmen. Also Rucksack gepackt und ab auf den schönen Forststeig im Elbsandsteingebirge!

Da schon fast Sommer ist und die Tage entsprechend lang sind, musste ich zwar nie mein Zelt im Dunkeln aufbauen oder nach Einbruch der Nacht weiterwandern – aber trotzdem gab es auf meiner kleinen viertägigen Tour ausreichend Gelegenheit, um Petzl und Silva im Camp-Setting zu testen. Zum Beispiel beim abendlichen Zusammensitzen, Essen und Plaudern mit anderen Wandernden, beim Lesen im Zelt und (leider) auch beim unvermeidbaren nächtlichen Toilettengang.

Die Schwächen, die die Petzl Bindi in meinen Augen beim Joggen an den Tag gelegt hatte, konnte sie hier mehr als ausgleichen. Mit ihrem weichen, ebenmäßigen Lichtbild fand ich sie als Camp-Lampe sehr angenehm. Die niedrigste Leuchtstufe und das Rotlicht, die mir fürs Joggen nicht ganz hell genug gewesen waren, fand ich hier völlig ausreichend und dezent genug, um meine Mitcamper nicht zu sehr zu blenden oder nachts bei meinem Gang zum Toilettenhäuschen zu stören. Auch schön: die Petzl merkt sich den letzten Leuchtmodus (rot/weiß) auch nach dem Ausschalten.

Bei der Silva Smini Fly war dieser stets aufs Neue einzustellen. Zudem war mir (und den anderen) die schicke schwedische Lampe selbst auf der niedrigsten Helligkeitsstufe etwas zu grell, sodass ich schon bald nur noch zur Petzl griff. Auch die vier Neigungswinkel der Silva, die mir beim Joggen völlig ausgereicht hatten, kamen im Camp nicht mehr ganz gegen die stufenlose Neigungsfunktion der Petzl an. Dadurch, dass sich das Volumen der Silva beim Verstellen des Leuchtwinkels vergrößert, bin ich mit ihr beim Ein- und Aussteigen außerdem öfters am Zelt hängengeblieben. Positiv überrascht hat mich allerdings die Robustheit der Silva. Die filigran wirkenden Kunststoffteile, mit denen das Stirnband am Lampenkörper befestigt sind, überlebten das viele Gestopfe und Gequetsche genauso easy wie die Petzl Bindi!

Fazit: ein bewährter Trecking-Spezialist und ein innovativer Lauf-Allrounder

Spätestens beim Camp-Test bestätigte sich mir das jeweils beworbene Einsatzprofil der beiden Lampen: die robuste, minimalistische Petzl Bindi strahlt in meinen Augen vor allem im Camp (aber nicht zu hell), in geselliger Runde und bei Bewegung in moderatem Tempo, wie eben beim Wandern. Das macht sie für mich zu einer sehr guten ultraleichten Trecking-Stirnlampe.

Die Stärken der schicken Silva Smini Fly sehe ich persönlich dagegen eher beim Laufen oder gar beim Trailrunning – dort, wo es wegen des höheren Tempos vor allem auf eine gute Ausleuchtung des Weges mit einer gewissen Reichweite ankommt. Wem ein starkes Rotlicht nicht gerade superwichtig ist, der findet in der Silva meiner Meinung nach eine absolut solide, stylische Running-Lampe, auch fürs Gelände.

Hi, ich bin Lydia! :) Zum Glücklichsein brauche ich eigentlich nur einen gepackten Trekkingrucksack und einen Pfad durch die Natur – der Trail bedeutet für mich Freiheit, Abenteuer, aber irgendwie auch ein zweites Zuhause. Im Alltag bin ich am liebsten mit dem Fahrrad unterwegs, jogge eine Runde, oder finde irgendeinen anderen Grund, um rauszugehen.

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