Kette für das Fahrrad wird oft übersehen, ist jedoch eine der wichtigsten. Wir haben für Sie einen ausführlichen Leitfaden vorbereitet, wie man eine solche Kette pflegt, was ihre Lebensdauer beeinflusst und welche man gegebenenfalls auswählen sollte.
Oftmals stellt sich in Geschäften und beim Kundenservice die Frage: „Welches Kettenset hält am längsten?“ Auf den ersten Blick scheint es einfach zu sein. Man muss doch nur das teuerste kaufen und schon hat man das Problem gelöst. Doch die Realität ist etwas anders. Die Lebensdauer der Kette wird nicht nur von der Marke oder dem Preis bestimmt, sondern vor allem davon, wie und wo Sie fahren, wie Sie die Kette pflegen und wie oft Sie sie wechseln.
Die Kette ist eines der meist beanspruchten Teile des Fahrrads. Bei jedem Tritt überträgt sie die Kraft von den Kurbeln auf die Kassette, und obwohl sie wie ein gewöhnliches Stück Metall aussieht, arbeitet sie unter extremen Bedingungen. Jedes Glied biegt sich während der Fahrt ständig, stützt sich auf die Zähne der Ritzel und ist Druck und Schmutz ausgesetzt. Es ist daher kein Wunder, dass sie sich mit der Zeit "längt" und abnutzt.
Wie lange die Kette hält, wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Der Fahrstil spielt eine große Rolle. Kräftiges Treten, häufiges Beschleunigen oder Schalten unter Last beanspruchen die Kette schneller als eine gleichmäßige Fahrt mit leichter Kadenz. Zudem die Bedingungen, unter denen gefahren wird. Staub, Schlamm, Sand und Salz wirken wie feines Schleifpapier, das sich nach und nach in die Bolzen und Rollen einschleicht. Eine Kette, die durch winterlichen Schlamm fährt, kann nach ein paar hundert Kilometern fertig sein, während eine Kette, die auf trockenem Asphalt läuft, problemlos auch fünftausend Kilometer halten kann.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Wartung. Eine richtig gereinigte und geschmierte Kette kann problemlos doppelt so lange halten wie eine vernachlässigte. Zur Reinigung lohnt es sich, spezielle Entfetter und Kettenreinigungsgeräte zu benutzen, nicht Benzin oder Verdünner, die die inneren Teile der Glieder beschädigen können. Nach der Reinigung sollte die Kette gut trocknen und dann ein geeignetes Schmiermittel erhalten. Trocken für staubige Sommerbedingungen, nass für feuchte Perioden oder Wachs, wenn Sie einen sauberen Lauf mit minimalem Schmutz bevorzugen. Überschüssiges Schmiermittel muss immer abgewischt werden, da es sonst Staub anzieht.
Natürlich spielt die Qualität der Kette eine Rolle. Basismodelle wie Shimano HG oder SRAM PC-1110 haben meist eine kürzere Lebensdauer von etwa 1500 bis 2500 Kilometern. Die Mittelklasse mit vernickelten Gliedern, wie KMC X11 oder Shimano XT, hält 3000 bis 5000 Kilometer. Premium-Ketten mit harten Oberflächenbeschichtungen, wie Ti-Nitride oder DLC (KMC X11SL DLC, Connex 11SX), schaffen auch 6000 Kilometer. Vorausgesetzt, sie werden gepflegt.
Der Austausch der Kette sollte nicht aufgeschoben werden. Sie dehnt sich nämlich allmählich aus. Die Bolzen und Rollen bekommen Spielraum, die Glieder verlängern sich und die Kette passt dann nicht mehr genau auf die Zähne der Kassette. Dies führt zu schlechterem Schalten und schnellerem Verschleiß der Kettenblätter. Ein einfacher Helfer ist die Kettenlehre.
Bei Zwölfgang-Systemen wird ein Austausch bei 0,5 % Dehnung empfohlen, bei Elfgang-Systemen bis zu 0,6 %, bei Neun- und Zehngang-Systemen bis zu 0,75 % und bei Achtgang-Systemen maximal bis zu einem Prozent.
Man kann grob sagen, dass eine Straßenkette bei guter Pflege drei bis fünftausend Kilometer hält, eine Gravel-Kette etwa zweitausend bis dreieinhalbtausend und eine Mountainbike- oder E-Bike-Kette normalerweise nur tausend bis zweieinhalbtausend Kilometer. Wenn Sie jedoch häufig im Regen oder im Gelände fahren, kann ein Wechsel auch früher notwendig sein.
Die Pflege der Kette ist dabei einfach. Es genügt, sie regelmäßig zu reinigen, mit einem geeigneten Schmiermittel zu schmieren und gelegentlich mit einem Messgerät zu überprüfen. Ideal ist es, die Kette abends nach der Fahrt zu schmieren, wenn das Schmiermittel Zeit hat, in die Bolzen einzudringen. Morgens genügt es, den Überschuss abzuwischen, und Sie können losfahren.
Und welche Kette wählen, wenn Sie die längste Lebensdauer wünschen? Langfristig bewähren sich Modelle wie KMC X11EL oder X12 mit Nickelbeschichtung, Shimano XT oder Ultegra für präzisen Lauf und sehr gute Haltbarkeit oder SRAM PC-1130 und PC-X1 für den universellen Einsatz auf Gravel und MTB. Wer das absolute Maximum will, greift zur KMC X11SL DLC mit einer harten DLC-Schicht, die auch anspruchsvollen Bedingungen standhält. Bei E-Bikes lohnt es sich, zu verstärkten Versionen zu greifen, wie zum Beispiel KMC e11/EPT, die höhere Drehmomente des Motors bewältigen.
Die Kette ist zwar ein Verbrauchsmaterial, aber ihr rechtzeitiger Austausch schont den gesamten Antrieb. Eine neue Kette kostet einige Hundert, während Kassette und Kettenblätter oft mehrere Tausend kosten. Daher genügt die einfache Regel: „Wechseln Sie die Kette lieber ein paar Hundert Kilometer früher als einen Tag zu spät“. Ein leiser, reibungsloser und effizienter Lauf des Fahrrads wird es Ihnen reichlich zurückzahlen.
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