Als ich im Februar das neue Superior XF 9.6 RC übernommen habe, hat mich vor allem interessiert, wie schnell ich mich an ein Fully gewöhne. Bis dahin war ich die meiste Zeit auf einem Hardtail unterwegs, deshalb war ich gespannt, ob mir ein vollgefedertes Bike auch im Renntempo liegt. Es brauchte aber nur ein paar Trainings, und es war klar. Inzwischen habe ich vier Rennen hinter mir und bislang noch keine Situation gefunden, in der mich dieses Bike enttäuscht hätte.
Es handelt sich um ein vollgefedertes Bike, Carbonrahmen mit 110 mm Federweg, DT Swiss Federgabel F232 One 120 mm, Dämpfer DT Swiss R232 One, kabellose Schaltung Shimano Deore Di2 1x12, eingespeichte 29"-Laufräder DT Swiss M 1900.
Noch bevor ich zur ersten Ausfahrt aufgebrochen bin, habe ich ein paar Änderungen vorgenommen. Die Serienreifen habe ich gegen Pirelli Scorpion XC RC Team Edition getauscht. An den Lenker kamen ESI-Griffe, weil sie mir deutlich besser passen als die originalen Gummigriffe. Außerdem habe ich die Bremsscheiben gegen Shimano RT-CL700 getauscht und ins Hinterrad Vittoria Air-Liner eingesetzt. Dank des Inserts kann ich mit niedrigeren Drücken fahren und muss mir nicht bei jedem schärferen Stein oder jeder Kante Gedanken machen. Meistens fahre ich vorne 1,3 bar und hinten 1,4 bar, natürlich je nach Strecke und Bedingungen.
Über die Inserts habe ich einen eigenen Artikel geschrieben, den Sie hier lesen können.
Mein Lieblingsfeature an diesem Bike ist die dreistufige Lockout-Funktion des Fahrwerks von DT Swiss. Im Rennen nutze ich sie fast die ganze Zeit. In technischen Passagen lasse ich das Fahrwerk offen, weil es dem Untergrund wunderbar folgt und das Bike die Linie hält – auch in steinigen Abschnitten oder auf nassen Wurzeln.
Sobald ein längerer Anstieg, Asphalt oder schnelle Schotterpisten kommen, reicht ein Klick am Hebel und das Fahrwerk ist komplett blockiert oder in der Pedal-Position. Das Bike ist auf einmal schön straff und man spürt, dass jeder Tritt direkt in Vortrieb umgesetzt wird. Auf schnellen Cross-Country-Strecken, auf denen es nicht so technisch ist, macht sich das wirklich bemerkbar.
Das hat sich zum Beispiel beim Cyklomaraton in Hradci Králové gezeigt. Die Strecke war schnell, es wurde viel auf Schotter- und Feldwegen gefahren. Genau dort habe ich geschätzt, wie gut Superior fährt. Es war kein Problem, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 30 km/h zu halten, und das Bike hat mich auch bei höherem Tempo in keiner Weise gebremst. Im Gegenteil: Es beschleunigte schön und hielt das Tempo.
Einen völlig anderen Charakter hatte der Pohár na Střížáku in Ústí nad Labem. Steine, Wurzeln, steile Anstiege und auch kurze technische Abfahrten. Genau der Streckentyp, bei dem sich zeigt, ob das Fully so funktioniert, wie es soll. Und hier hat mich Superior wirklich überzeugt. In den ruppigen Passagen blieb es ruhig, hielt die Linie gut und gab mir auch dort Sicherheit, wo ich früher stärker bremsen musste. Man kann sich auf die Linienwahl konzentrieren und muss nicht so viel darüber nachdenken, was das Bike unter einem gerade macht.
Angenehm überrascht hat mich auch das Gewicht. Obwohl das XF 9.6 RC nicht mit den teuersten Komponenten ausgestattet ist, wiegt meine Race-Konfiguration 12,5 Kilogramm inklusive Pedalen in Größe L.
Auf dem Papier wirkt das vielleicht nicht wie ein großer Unterschied, aber bei der Beschleunigung oder längeren Anstiegen macht sich das geringe Gewicht bemerkbar.
Nach ein paar Monaten kann ich sagen, dass wir uns wirklich aneinander gewöhnt haben – das Bike und ich. Je mehr ich darauf fahre, desto mehr schätze ich seine Vielseitigkeit. Auf schnellen Strecken rollt es richtig schön, in technischen Passagen gibt es Sicherheit, und dank der Möglichkeit, die Fahrwerkseinstellung in Sekundenschnelle zu ändern, kann es sich fast jeder Strecke anpassen. Genau das gefällt mir daran am meisten.
Die Saison ist erst so richtig in vollem Gange, also warten noch viele Rennen auf uns. Schon jetzt freue ich mich darauf, Superior auf weiteren Strecken zu testen und herauszufinden, wohin wir uns gemeinsam entwickeln.
Abschließend möchte ich Koloshop für die Unterstützung und die Möglichkeit danken, genau auf dem Superioru XF 9.6 RC Rennen zu fahren. Das weiß ich sehr zu schätzen. Dank ihrer Unterstützung habe ich ein Bike, dem ich voll und ganz vertraue und auf das ich mich bei jedem Rennen verlassen kann.
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